Die Initiative „Gegen den Bau von Minaretten“ will die Ausbreitung und die Sichtbarkeit des Islams unterbinden. Dabei verkennen die rechtskonservativen und evangelikalen Kreise, dass Menschen muslimischer Religion sehr oft schon seit Jahrzehnten hier leben und arbeiten. Sie sind Teil der Gesellschaft. Übrigens sind viele Schweizer Bürgerinnen und Bürger und damit nicht einmal mehr „Ausländer“. Die Frage ist also, wie die Schweiz mit ihrer multireligiösen Wirklichkeit umgeht.
Die Minarettinitiative ist Ausdruck einer doppelten Diskriminierung einer bestimmten Bevölkerungsgruppe: Die Mehrheit der Musliminnen und Muslime in der Schweiz kommt aus dem ehemaligen Jugoslawien. Und es sind genau diese Einwanderer, die seit Jahren mit Vorurteilen konfrontiert werden. Die Initiative ist ein weiterer Akt der Diskriminierung, der das Gegenteil von Integration bewirkt.
Weshalb hat die Sichtbarkeit muslimischer Glaubensgemeinschaften Einfluss auf die Integration ihrer Mitglieder in der Schweiz? Wer einer Gemeinschaft angehört, die möglichst unsichtbar bleiben muss, der kann sich unmöglich akzeptiert fühlen. Wer nicht akzeptiert wird, kann sich nicht als Teil der Gesellschaft begreifen. Und wer nicht Teil der Gesellschaft ist, ist nicht integriert.
Religionsgemeinschaften sind einerseits Orte, wo Glaube gelebt wird, andererseits bieten sie ihren Mitgliedern die Möglichkeit, soziale Kontakte zu knüpfen. Solche Netzwerke sind essenziell, um das Leben in der Fremde zu organisieren und beispielsweise Arbeit oder eine Wohnung zu finden.
Religionsgemeinschaften haben also einen gesamtgesellschaftlichen Nutzen. Zur Stärkung dieser integrativen Funktion müsste der rechtliche Schutz islamischer Gemeinschaften erweitert werden. Berechtigt ist deshalb die Forderung islamischer Gemeinschaften im Kanton Luzern, eine öffentlich-rechtliche Anerkennung durch den Staat zu erlangen. Je nach Kanton sind auch andere Formen der staatlichen Anerkennung denkbar. Dadurch werden die zivilgesellschaftliche Einbettung, die Transparenz und die demokratischen Funktionsweisen gefördert.
Die Debatte über die öffentliche Anerkennung von weiteren Religionsgemeinschaften als die Landeskirchen steht erst am Anfang. Die Minarettinitiative zielt hingegen komplett in die Gegenrichtung: Anstatt der Integration wird die Desintegration muslimischer Glaubensgemeinschaften und ihrer Mitglieder als Prinzip in der Bundesverfassung angestrebt. Solche Ausschlussprozesse einer auch zahlenmässig bedeutenden Bevölkerungsgruppe haben negative Auswirkungen auf den Zusammenhalt der gesamten Gesellschaft.
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Antwort auf den Kommentar der Leserin „Anna“:
Sie schreiben, dass Extremisten den Westen bedrohen. Extremismus ist ein religionsübergreifendes Phänomen und mit Sicherheit nicht nur in Ländern mit (mehrheitlich) islamischer Bevölkerung zu finden. Das Minarettverbot trägt aber dazu bei, dass muslimische Gemeinschaften noch mehr abgedrängt und unsichtbar gemacht werden. Transparenz und Sichtbarkeit wären hingegen zentrale Faktoren, um extremistischen Tendenzen vorzubeugen.
Das Argument, weil Christen in verschiedenen muslimischen Ländern verfolgt werden, müsste in der Schweiz der Neubau von Minaretten verboten werden, greift eindeutig zu kurz:
1. Das Neubauverbot von Minaretten verbessert die misslichen Situationen verfolgter Christen nicht. Verschiedene Christen im Nahen Osten befürchten vielmehr negative Auswirkungen nach dem Volksentscheid in der Schweiz. Mit dem Ja zur Minarettinitiative haben Sie deshalb den verfolgten Christen einen Bärendienst erwiesen.
2. So du mir, so ich dir? Eine Symmetrie des Unrechts fördert das friedliche Zusammenleben der Religionen nicht. Muslime, die in der Schweiz leben und Teil der Gesellschaft sind, können nicht für Christenverfolgungen in ihren Herkunftsländern verantwortlich gemacht werden, die von totalitären Regimen gestützt werden.
Herr Röthlisberger verkennt die Situation.Der Islam ist nicht nur Religion ,sondern Politik und Recht,mit dem Auftrag die Welt unter islamische Herrschaft zu zwingen.Siehe Eurabia die geplante islamisierung Europas (Internet) Zitat:dank eurer demokratischen Gesetze werden wir euch überwältigen,dank eurer religiösen Gesetze werden wir euch beherschen.Iman von Izmir 3 Phasen des Djihad: 1. Muslime gehen in nicht muslimische Länder,unterwerfen sich deren Gesetze,arbeiten daran ihre Zahl zu vermehren. 2.ist erreicht wenn Muslime eine einigermassen einflussreiche Minderheit sind.Da ihr Ziel für die Zukunft die direkte Konfrontation mit dem Feind ( nicht Muslime) ist treffen sie Vorbereitungen.3.ist erreicht,wenn Muslime ein Minderheit sind,die übr Stärke,Einfluss und Macht verfügt.In dieser Phase ist jeder Muslim verpflichtet,aktiv gegen den Feind (nicht Muslim) zu kämpfen,das System des nichtmuslimischen Landes umzustürzen und die islamische Herrschaft aufzurichten.Das Minarett ist das Siegeszeichen! 250 Millionen Christen Weltweit werden verfolgt,im Sudan kreuzigen Muslime Christen (Internet Muslime kreuzigen Christen)) und in der Schweiz soll das Siegeszeichen toleriert werden,nicht genug auch noch als Landeskirche anerkannt werden.Das ist unfassbar! Sind die Schweizer blind?